Owen Chow wollte sich für eine gerechtere Gesellschaft in Hongkong einsetzen. So nahm er schon als 15-Jähriger an einer prodemokratischen Demonstration teil. Dieses Engagement ist riskant – besonders seit Peking 2020 ein drakonisches Nationales Sicherheitsgesetz über Hongkong verhängt hat, welches auf unabhängige Medien und die politische Opposition abgesehen hatte.
Trotz der Risiken kandidierte der Krankenpfleger im Alter von 23 Jahren bei inoffiziellen Vorwahlen, deren Ziel es war, Kandidat*innen für die bevorstehenden Legislaturwahlen auszuwählen. Für diesen politischem Mut musste Owen Chow teuer bezahlen. Im Februar 2021 wurde er mit 46 weiteren Personen wegen «Verschwörung zur Untergrabung der Staatsordnung» angeklagt – der Fall «Hongkong-47» war eines der grössten Strafverfahren nach dem Nationalen Sicherheitsgesetz. Der Prozess selbst gab Anlass zu ernsthaften Bedenken. Er wurde von Richter*innen verhandelt, die vom Regierungschef Hongkongs handverlesen worden waren. Uno-Expert*innen äusserten die Sorge, dass solche Massenprozesse das Recht auf ein faires Verfahren beeinträchtigen könnten.
Im November 2024 wurde Owen Chow zu 7 Jahren und 9 Monaten Haft verurteilt – die zweithöchste Strafe in diesem Fall. Zusammen mit einer Haftstrafe von 5 Jahren wegen der Teilnahme an den Protesten von 2019 beträgt seine Gesamtstrafe mehr als 12 Jahre und 10 Monate.
Mindestens drei Jahre verbrachte Owen Chow bereits in einer Einzelzelle, in der er sich nur einen halben Schritt in die eine und fünf Schritte in die andere Richtung bewegen kann. Diese anhaltende Einzelhaft verstösst gegen die Uno-Mandela-Regeln zu den Mindestgrundsätzen bei der Behandlung von Gefangenen.
Owen Chows Geschichte ist eine von vielen in Hongkong. Die Regierung in Peking setzt das Nationale Sicherheitsgesetz ein, um das Recht auf politische Teilhabe zu unterdrücken und friedliche politische Aktivitäten zu kriminalisieren. Hongkong, eine Stadt, die einst für ihre offene Debatte bekannt war, getraut ich nun niemand mehr, sich politisch zu äussern. Menschen, die ihr Recht auf freie Meinungsäusserung einst als selbstverständlich ansahen, trauen sich heute nicht mehr, ihre politischen Rechte auszuüben.
Setzen Sie sich für die Freilassung von Owen Chow ein – unterschreiben Sie jetzt die Petition!