Ayman Bani Owda – Westjordanland

Petition: Freiheit für Ayman Bani Owda

Fordern Sie die israelischen Behörden auf, den palästinensischen Menschenrechtsverteidiger Ayman Bani Owda umgehend und bedingungslos freilassen.

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Ohne Anklage oder Verfahren inhaftiert, weil er Palästinenser ist.

Der palästinensische Menschenrechtsverteidiger und Vater Ayman Bani Owda wurde am 17. November 2025 vom israelischen Militär entführt. Er war in die Ortschaft Fasayil im besetzten Westjordanland gereist, um dort die Siedlungsgewalt zu dokumentieren. Dann ist er verschwunden. Erst zwei Tage später konnte seine Anwältin herausfinden, dass er sich in Gewahrsam befindet.

Ayman Bani Owda ist einer von tausenden Palästinenser*innen, die ohne Anklage oder Gerichtsverfahren inhaftiert sind. Er wird derzeit im Gilboa-Gefängnis im Norden Israels festgehalten.  Als Menschenrechtsverteidiger wollte er in Fasayil, einer Ortschaft im Westjordanland, die Gewalt der israelischen Armee und staatlich unterstützter Siedler*innen gegen palästinensische Hirt*innen dokumentieren. Als er ankam, versperrten israelische Siedler*innen ihm den Weg und liessen ihn in Polizeigewahrsam überführen.

Zwei Tage lang blieb sein Verbleib unklar. Während dieser Zeit wurde Ayman Bani Owda auf dem Militärstützpunkt Samra im Freien festgehalten, mit Handschellen gefesselt und körperlich misshandelt. Dies konnte seine Anwältin durch anhaltenden Druck herausfinden, nachdem sich zunächst sowohl die israelische Polizei als auch das Militär geweigert hatten, Auskunft zu geben.

Für die Familie von Ayman Bani Owda ist seine Inhaftierung eine riesige Belastung, seine Frau und die vier Kinder vermissen ihn sehr. Die staatliche Repression traf auch sie: Zehn Tage nach der Festnahme stürmte das israelische Militär in das Haus der Familie und quartierte sich zwei Tage lang dort ein. Die Familie wurde währenddessen rausgeworfen. Als sie danach zurückkehrten, fanden sie das Haus verwüstet vor.

Ayman Bani Owda wurde wegen vager Vorwürfe der «Aufwiegelung gegen den Staat Israel» verhört. Am 14. Dezember 2025 verhängte ein Militärgericht eine sechsmonatige Verwaltungshaftanordnung, die immer wieder verlängert werden kann. Durch den systematischen Einsatz der Verwaltungshaft befinden sich derzeit knapp 4000 Palästinenser*innen ohne Anklage und Gerichtsverfahren im Gefängnis.

Israels willkürlicher, pauschaler und diskriminierender Einsatz der Verwaltungshaft verletzt internationale Menschenrechtsnormen und dient dazu, das Apartheidsystem gegen Palästinenser*innen aufrechtzuerhalten.

Ayman Bani Owda muss umgehend und bedingungslos freigelassen werden – unterschreiben Sie jetzt die Petition! 

Hintergrund: Verwaltungshaft

In Israel ist es staatlichen Stellen erlaubt, Menschen ohne Anklage und Gerichtsverfahren zu inhaftieren, indem sie eine sogenannte Verwaltungshaft anordnen. Verwaltungshaftanordnungen werden für einen Zeitraum von maximal sechs Monaten verhängt, allerdings können sie immer wieder verlängert werden. Die Beweislage wird den Inhaftierten vorenthalten, weshalb diese weder ihre Inhaftierung anfechten können noch wissen, wann sie freigelassen werden.  Die Anwendung der Verwaltungshaft hatte bereits vor dem 7. Oktober 2023 einen 20-Jahres-Höchststand erreicht. Seit dann haben die israelischen Behörden die Verwaltungshaft gegen Palästinenser*innen im besetzten Westjordanland noch einmal drastisch ausgeweitet. Nach Angaben der israelischen Menschenrechtsorganisation B’Tselem befinden sich aktuell knapp 4000 Palästinenser*innen in Verwaltungshaft.

Der systematische Einsatz von Verwaltungshaft durch die israelischen Behörden stellt eine willkürliche Inhaftierung dar und kann grausamer, unmenschlicher und erniedrigender Behandlung oder Strafe gleichkommen.

Hintergrund: Folter in israelischen Gefängnissen

Amnesty International und weitere Menschenrechtsorganisationen haben dokumentiert, dass Gefangene in israelischer Haft verschiedenen Formen der Folter und anderen Misshandlungen ausgesetzt sind. So ist beispielsweise im aktuellen Länderbericht Israel festgehalten:

«Nach Aussagen von entlassenen Häftlingen und von Strafvollzugsbediensteten, die als Whistleblower auftraten, wurde in allen israelischen Hafteinrichtungen 2024 routinemässig schwere körperliche Gewalt gegen palästinensische Gefangene angewandt, einschliesslich sexualisierter Gewalt und Vergewaltigung. Ausserdem verweigerte man den Inhaftierten systematisch ausreichend Nahrung, Wasser, Schlaf, Tageslicht und medizinische Behandlung. Nach Angaben der NGO Palestinian Prisoner’s Society starben 2024 mindestens 54 palästinensische Gefangene in Gewahrsam.»

Hintergrund: Todesstrafe für Palästinenser*innen

Am 30. März 2026 verabschiedete das israelische Parlament (Knesset) ein Gesetz, das den Einsatz der Todesstrafe ausgeweitet. Erika Guevara-Rosas, leitende Direktorin für Recherche, Advocacy und Kampagnen bei Amnesty International sagt dazu: «Seit Jahren beobachten wir ein alarmierendes Muster mutmasslicher aussergerichtlicher Hinrichtungen und anderer rechtswidriger Tötungen von Palästinenser*innen, wobei die Täter*innen nahezu vollständige Straflosigkeit geniessen. Dieses neue Gesetz, das staatlich angeordnete Hinrichtungen ermöglicht, ist der Höhepunkt dieser Politik.»

Die Änderung des israelischen Strafgesetzes zielt de facto nur auf Palästinenser*innen ab. Es verlangt die Todesstrafe bei vorsätzlichen Tötungen, die als terroristische Handlungen eingestuft werden bzw. mit dem «Ziel der Negierung der Existenz des Staates Israel» begangen wurden. Verurteilte können kein Begnadigungsgesuch stellen, was dieses Gesetz zu einem der extremsten Todesstrafengesetze weltweit macht.

Im israelischen Justizsystem sind Palästinenser*innen strukturell diskriminiert und Verurteilungen beruhen häufig auf unter Folter und Misshandlung erzwungenen «Geständnissen». Die israelischen Militärgerichte weisen bei palästinensischen Angeklagten eine Verurteilungsquote von 99 Prozent auf und sind berüchtigt dafür, rechtsstaatliche Garantien und das Recht auf ein faires Verfahren zu missachten. Mit dem neuen Gesetz verschafft sich Israel einen Blankoscheck zur Hinrichtung von Palästinenser*innen.

Amnesty International lehnt die Todesstrafe unter allen Umständen und ohne jede Ausnahme ab. Artikel 6 Absatz 1 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte, dem Israel beigetreten ist, schützt vor willkürlicher Tötung. Dieses Verbot ist – ebenso wie das Verbot von Folter sowie grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe – absolut und gilt nach Völkergewohnheitsrecht, internationalem Menschenrechtsrecht und humanitärem Völkerrecht.

Brief an General Avi Bluth und Generalin Orly Markman

Generalmajor:
IDF Central Command
Maj. Gen. Avi Bluth
Israel Defence Forces
E-Mail 1: pniot.tzibur@mail.idf.il
E-Mail 2: yoayosh@idf.il

Brigadegeneral:
IDF President of the Military Court of Appeals
Brig. Gen. Orly Markman
E-Mail 1: mazkirut_yvdz@idf.il
E-Mail 2: 0747937910@court.gov.il

Sehr geehrter General Avi Bluth

Sehr geehrte Generalin Orly Markman

Der palästinensische Menschenrechtsverteidiger und Sozialarbeiter Ayman Bani Owda aus dem besetzten Westjordanland wird ohne Anklage oder Verfahren in einem israelischen Gefängnis ausserhalb des besetzten Gebiets festgehalten. Der Vater von vier Kindern befindet sich allein wegen seiner Menschenrechtsarbeit seit dem 17. November 2025 im willkürlichen Gewahrsam der israelischen Streitkräfte. Am 14. Dezember 2025 hat ein israelisches Militärgericht eine sechsmonatige Verwaltungshaftanordnung gegen ihn bestätigt. Ayman Bani Owda muss umgehend und bedingungslos freigelassen werden.

Bitte treten Sie dafür ein, dass Ayman Bani Owda unverzüglich und bedingungslos freigelassen wird, damit er zu seiner Familie und zu seiner Gemeinschaft zurückkehren kann. Bis zu seiner Freilassung bitte ich Sie nachdrücklich, dafür zu sorgen, dass er menschenwürdig behandelt und vor Folter und anderen Misshandlungen geschützt wird.

Freundliche Grüsse,

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